Langenhorner Grenzen

 

 

Die nördliche Langenhorner Grenze von 1332 bis 1773

Anbei ein Kartenausschnitt aus dem Jahre 1810.
 
Die damaligen zusammenhängenden Hamburger Landgemeinden sind hier grün eingerahmt. Die Stadt Hamburg ging nur bis zu den Wallanlagen. In Richtung Norden waren es dann die Landgemeinden Rotherbaum, Eimsbüttel, Harvestehude, Eppendorf, Winterhude, Alsterdorf, Groß Borstel, Ohlsdorf, Klein Borstel, Fuhlsbüttel und Langenhorn. Wobei Alsterdorf erst 1803 zu Hamburg kam. Der damalige dänische König, Christian VII, tauschte die Ortschaft Bilsen an der heutigen B4, dafür ein.
Für Langenhorn, das schon seit 1332 zu Hamburg gehört, grenzte an der westlichen Seite den Verlauf des Tarpenbek folgend, die Herrschaft Pinneberg. Im Norden, ab 1773,  der nördliche Kantstein der Straße "Am Ochsenzoll", war es das Amt Gut Tangstedt. Im Osten ist es der Raakmoorgraben, der die Grenze wieder zur Herrschaft Pinneberg (Hummelsbüttel) bildet. Im Süden ist es eine gezogene Linie von Osten zum Tarpenbek. Dieser Verlauf wurde 1937 weiter nach Norden zum Raakmoorgraben, der hier parallel mit der Flughafenstraße verläuft, verlegt. Alle anderen Grenzen haben sich für Langenhorn bis heute nicht verändert.

 

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Die Grenzverhandlung zwischen Harksheide und Langenhorn im Jahre 1773

 

Die Abschrift des Protokolls von der Verhandlung

Zu wissen sey hiemit, welchergestalt die zwischen der zum Gute Tangstedt gehörigen Harxteheyde und dem Hamburgischen Dorfe Langenhorn vorhandene Gränz Irrungen heute am untergesetzten dato, in Gegenwart und unter Vermittlung der Groszfürstlichen Herren Commissarien, des Herrn Conferenz - Raths Niemann, Rittern, und des Herrn Kammer - Raths Christensen, zwischen der Kayserlich freyen Reichs - Stadt Hamburg und dem Gute Tangstedt, Nahmens der ersteren von dem Herrn Syndico Schuback und dem Herrn Archivario Poppe, und des letztern von dem Herrn Conferenz - und Land-Rath, Kammer - Herrn von Holmer, des St. Annen und St. Stanislaus - Ordens Rittern in Vollmacht Seines Herrn Vaters, des Grosfürstlichen würklichen Geheimen - Raths, Conseil-Ministers und Kanzelleu - Praesidenten von Holmer, Rittern, als Erb - Herrn auf Tangstedt, nachstehen dermassen durch eine gütliche Vereinbarung gehoben und unwiderruflich bestimmt worden.

1.) Wird die von denen Herren Commissarirn der freyen Reichs - Stadt Hamburg von dem streitigen Orte producirte Situations - Carte Lit: A. zu dem Ende von beiden contratirenden Theilen pro basi angenommen, um die getroffene Bestimmung in diesem Vergleiche desto deutlicher auseinander setzen zu können: nach Anleitung derselben also ist beliebet.

2.)    dasz von dem bey dem sogenannten Ochsen - Zoll befindlichen Königlichen Gränz - Pfahl bis an diejenige Stelle am dem streitigen Orte   woselbsz in continenti eine Bake zum Markzeichen hingesetzet werden, der Weg die Scheide ausmachen; hingegen

3.)    von dieser mit einer Bake bezeichneten Stelle, wolselbst ein Gränz-. Pfahl gesetzet werden soll, bis an den auf der andern Seite an dem Wege nach Langenhorn befindlichen Königlichen Gränz – Pfahl  , eine ganz gerade Linie gezogen, und selbige in der Zukunft die alleinige und wahre Gränze zwischen beiden Feld Marken ausmachen solle.

4.)    In dieser geraden Linie wert den zu mehrer Nachweisung und Bestimmung der verabredeten Gränze, noch 2 andere Gränz Pfähle in egaler Entfernung von einander gesetzet.

5.)    Die Anschaffung, Setzung und künftige Unterhaltung der verabredeten Gränz - Pfähle, und die Abstechung der geraden Linie soll durch einen dazu gemeinschaftlich anzunehmenden Landmesser, und in Gegenwart eines Officialis der kaylerlichen freyen Reichs-Stadt Hamburg und des Gutes Tangstedt auf gemeinschaftliche Kosten bewerkstelliget werden.

6.)    Diese vorangeführtermassen verabredete Gränze bestimmet hinkünftig zugleich dasjenige Gefilde, dessen sich sowohl die Unterthanen der Kayserlich- freyen Reichs - Stadt Hamburg als die Untergehörigen des Gutes Tangstedt zur Hude, Weide und Plaggen-Hauens bedienen dürfen, dergestallt, dasz diejenigen von beiderseitigen Unterthanen, welche sich hin füro beygehen lassen mögten, mit ihrem Vieh über die bestimmte Gränze zu weiden, oder daselbst Plaggen zu hauen, wechselseitig gepfändet werden sollen.

7.)    Beyde contrahirende Theile renuntüren feyerlichstlich & causae, so wie insbesondere abseiten der freyen Reichs - Stadt Hamburg allen gegen die Harxteheyder wegen des niedergeworfenen Grabens vorbehaltenen Ansprüchen entsaget wird. Weil übrigens

8.)    diese verabredete Gränze eine Territorial - Gränze des Grosfürstlichen privatiren Herzogthums Holstein ausmachet, so haben die gegenwärtigen Groszfürstlichen Herren Commissarien versprochen, Sich zu bemühen, über die Art der getroffenen Vereinbarung die specielle höchste Confirmation zu bewürken.

Urkundlich ist dieser in duplo ausgefertigte Vergleich von Ein­gangs benannten contrahirenden

Theilen eigenhändig unterschrieben und besiegelt worden.

So geschehen Langenhorn den 14 ten Octobr. 1773

(Unterschriften)

Vorstehender Vergleich wird in allen Stücken hiedurch confirmiret und bestätiget. Uhrkundlich unter dem vorgedruckten Groszfürstlichen Geheimen Conseil - Insiegel.

Gegeben auf dem Schlosse zu Kiel.

 

Hier die Langenhorner Flurkarte aus dem Jahre 1804.
Die roten und blauen Punkte stehen für die Grenzpfähle bzw. Grenzsteine. Im Westen stehen sie an den Tarpenbek und hatten die Nummern 19 bis 25. (Diese beginnen in Eimsbüttel mit der Nummer 1, und enden in Ulzburg-Süd  mit der Nummer 33). Im Norden standen sie an der Straße "Am Ochsenzoll". Im Osten beginnt die Nummerierung in Hummelsbüttel an der Alster, um dann mit der Nummer 5 am Raakmoorgraben, die Langenhorner Grenze bis zur Nummer 11 anzuzeigen. An den rot gezeichneten Stellen stehen die Steine noch. Die blauen Positionen sind nicht mehr vorhanden, die Steine wurden nach den Regulierungen der Bäche und Ausbau der Straßen nicht wieder aufgestellt.

 

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